Landschaftsbau: Berge
von Andreas Haberl

Eine Möglichkeit der Bahnausgestaltung ist das Modellieren von Bergen. Vor allem wenn die Strecke über verschiedene Höhenniveaus verläuft, empfiehlt es sich entsprechende Felsformationen einzubauen.

Gerüst

Die Grundform der Berge wird mit Maschendraht gebaut. Der von mir eingesetzte wurde im Baumarkt für das Anfertigen von Kaninchen-Ställen angeboten.

Bei der Auswahl sollte man beachten, dass der verwendete Draht nicht zu dick ist und sich einigermaßen leicht biegen läßt.

Das Drahtgitter muss stabil befestigt werden. Durch gezieltes einknicken einzelner Drähte kann man das Gitter in alle möglichen Formen bringen.

Bei größeren Objekten sollte man im Inneren des Gerüsts entsprechende Stützen (z.B. Holzstäbe) zur Stabilisierung anbringen.

Gerüst aus Kaninchendraht
Oberfläche

Ist das Grundgerüst fertig und ausreichend stabil, geht es daran, die Oberfläche anzubringen.

Dafür werden Schnipsel, bzw. Streifen aus Zeitungspapier (Tageszeitungen, keine Zeitschriften oder Illustrierten) in Kleister eingeweicht und dann in mehreren Schichten auf das Grundgerüst aufgebracht.

Vor dem nächsten Arbeitsschritt muss das Papier zunächst gründlich trocknen. Das kann sich durchaus mehrere Tage hinziehen.

In Kleister eingeweichte Papierschnipsel werden in mehrere Schichten aufgetragen
Make Up

Die Geländeform ist jetzt schon einigermaßen stabil. Noch mehr Stabilität erreicht man, indem man zusätzlich Modelliermasse aufträgt. Außerdem läßt sich damit auch noch etwas an der Form anpassen.

Nachdem die Modelliermasse getrocknet ist, geht es an den Anstrich.

Der alles entscheidende Arbeitsschritt ist die Farbgebung. An dieser Stelle möchte ich meinen Dank an Berhard Dinkel aussprechen, auf dessen Informationen folgende Beschreibung beruht.

Für den Anstrich werden handelsübliche Dispersions-, bzw. Abtönfarben aus dem Baumarkt verwendet. Benötigt werden die Farben Weiß und Schwarz. Als Pinselform empfehlen sich breite Flachpinsel.

Die Farbe wird in mehreren Durchgängen aufgetragen, wobei sich der Farbton bei jedem Durchgang von dunkel nach hell verändert. Bernhard empfiehlt sechs Durchgänge. Das muss man aber nicht stur einhalten, sondern flexibel anpassen, je nachdem wie man mit den Farbtönen hinkommt.

Für den ersten Durchgang wird aus den Farben Weiß und Schwarz ein sehr dunkles Grau, fast immer noch schwarz, angemischt. Die Menge sollte für 2 komplette Anstriche reichen. Mit diesem Farbgemisch wird die zu bearbeitende Fläche komplett und absolut deckend angestrichen.

Für den zweiten und jeden weiteren Durchgang gibt man in die übrig gebliebene Farbe des vorigen Durchgangs etwas weiß hinzu, so dass der Farbton etwas heller wird. Allerdings wird bei jedem weiteren Durchgang immer etwas weniger an Fläche bestrichen als im vorangegangen Durchgang. Vertiefungen sollten dabei dunkel bleiben und Erhöhungen immer heller werden. Das ergibt sich eigentlich fast von selbst, da man für die Vertiefungen den Pinsel schon mehrmals über die betroffene Stelle führen müsste. Man muss also lediglich von Durchgang zu Durchgang immer "g'schlamperter" arbeiten. Außerdem empfehle ich, vor jedem Durchgang etwa 10-15 Minuten zu warten, bis die Farbe des vorangegangenen Durchgangs etwas getrocknet ist.

Beim letzten Durchgang sollte der Farbton einem hellen Grau entsprechen.

Als Finish wird nochmals mit einem sauberen, breiten Flachpinsel reines Weiß aufgetragen. Dazu wird die Farbe aber zuvor mit einem Lappen aber vom Pinsel abgewischt, so dass dieser fast trocken ist. Dann wird in einem 45° Winkel der Pinsel hauchzart über die Kanten von Erhöhungen geführt. Dieser Vorgang erhöht den Realismus des Anstrichs enorm.

Der erste Anstrich
 
Fertig