Märklin Sprint - Zusatzeinspeisung
von Andreas Haberl

Das Funktionsprinzip aller Slotcar-Systeme ist gleich: Ein Trafo oder Schaltnetzteil liefer eine (möglichst) konstante Gleichspannung (bei Märklin 14V). Diese Gleichspannung wird an einer Schiene eingespeist.

Sämtliche Schienen einer Bahn sind über Konatktzungen elektrisch miteinander verbunden und genau an diesen Kontaktzungen treten Übergangswiderstände auf. Die Höhe des Widerstandes ist abhängig vom Rennbahnsystem (die Carrera-Schienen sind bekannt für relativ hohe Übergangswiderstände) und natürlich vom Zustand der Kontaktzungen.

Sofern die Schienen grundsätzlich in Ordnung sind, sind diese Übergangswiderstände verhältnismäßig klein. Ein spürbar negativer Effekt tritt also, wenn überhaupt, erst ab einer gewissen Streckenlänge auf.

Theorie ...

Ist die eigene Bahn nun entsprechend lang, dass man spürbare Leistungsverluste der Fahrzeuge bemerkt, je weiter diese sich von der Anschlussschiene entfernen, dann ist es an der Zeit über Zusatzeinspeisungen nachzudenken.

Anhand nebenstehender Skizze ist das Funktionsprinzip leicht zu erkennen. Von der Anschlussschiene legt man für jede Spur jeweils zwei Leitungen (1x Plus, 1x Masse) zu der Schiene, an der man zusätzlich den Strom einspeisen möchte. Dabei werden bei den beiden Schienen ganz einfach der Plus- und der Masseleiter einer Spur 1:1 miteinander verbunden. Man sollte die einzelnen Kabelenden also markieren, damit man sie nicht verwechselt.

Bei mehreren Zusatzeinspeisungen geht man analog vor. Allerdings empfiehlt es sich einen "Verteiler" dazwischen zu schalten. Man führt die Leitungen also von der Anschlussschiene zum "Verteiler" und von dort aus zu jeder einzelnen Zusatzeinspeisung. Der sogenannte "Verteiler" ist z.B. nichtsanderes als eine Reihe von Lüsterklemmen.

Die Frage nach der notwendigen Zahl der Zwischeneinspeisungen ist nicht so einfach zu beantworten. Wichtig ist, dass die zu überbrückenden Übergangswiderstände weniger von der Streckenlänge abhängen, sondern viel mehr von der Anzahl der Schienenteile. Letztendlich sollte jeder für sich einen vernünftigen Kompromiss finden.

Verkabelungsschema
... und Praxis

Das Märklin Sprint System verfügt über keine dedizierte Anschlussschiene wie moderne Systeme. Vielmehr wird einfach pro Spur ein Anschluss-Clip unter eine beliebige gerade Schiene an die Stromleiter geklemmt. Diese Schiene mit dem Anschluss-Clip wird im weiteren einfach Anschlussschiene genannt.

Der Umstand, dass im Prinzip jede gerade Schiene diesen Clip aufnehmen kann, führt zu dem Vorteil, dass man bei jeder geraden Schiene sehr einfach an die Stromleiter rankommt. Der Nachteil ist aber, dass man an die Stromleiter nichts festlöten kann, weil das Lötzinn einfach nicht halten will.

Die Lösung, die ich gefunden habe, ist relaitv kostengünstig: Ich verwende Flachsteckerhülsen!

Als erstes habe ich die isolierte Zugentlastung der Hülsen mittels Seitenschneider abgetrennt. Anschließend wird das abisolierte Kabelende durch eine Öse der Hülse geführt und diese Öse mit einer Zange gequetscht, damit das Kabel festsitzt. Zusätzlich wird mit einer Zange noch die ganze Hülse gequetscht, so dass die beiden Ösen aneinander liegen. Jetzt kann die Hülse auf einen Stromleiter unter einer Schiene aufgesteckt werden.

Als Zugentlastung habe ich die Kabel unter der Schiene noch mit Heißkleber fixiert.

Flachsteckerhülsen dienen als Steckverbindung für die Stromleiter
 
Die Flachsteckerhülsen werden auf die Stromleiter aufgesteckt...