|
Märklin Sprint - Fremdfabrikate
von Andreas Haberl
|
||||
|
Das Angebot an originalen Fahrzeugen für die Märklin Sprint ist arg überschaubar und die Preise auf ebay jenseits von Gut und Böse. Selbst auf defekte, nicht fahrtüchtige Boliden werden Summen geboten, die einen neidisch auf das Angebot aktueller Slotcars anderer Hersteller schielen lassen. Und selbst wenn man bereits einen netten Fuhrpark an Sprint-Autos sein Eigen nennt, so ist dessen Unterhalt auch nicht wirklich günstig. Ersatzmotoren sind nicht minder teuer und selbst Verschleißteile wie Reifen, Kohlen oder Schleifer, die zwar (noch) zu halbwegs humanen Preisen angeboten werden, sind nicht unproblematisch, da sie bei lokalen Händler nicht zu bekommen sind. Was also liegt näher, als Autos anderer Hersteller wie Ninco, Fly oder Scalextric einzusetzen? |
||||
|
Maße
|
||||
|
Grundsätzlich funktioniert das Märklin Sprint System auch nicht anders als die aktuellen Bahnen von Carrera, Ninco, Scalextric und Konsorten. Ein Trafo versorgt jeweils zwei Leiter pro Spur mit Strom, der vom Fahrzeug über zwei Schleifer aufgenommen und an den Motor geleitet wird. Der Augenfälligste Unterschied zwischen der Sprint und anderen Bahnen sind die Maße. Die Sprint-Schienen sind nur 150mm breit, während bei anderen System zwischen 180 bis 240mm zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund sollte man tunlichst die Maße des ins Auge gefassten Wagens beachten. Das breiteste Sprint Gefährt meines Fuhrparks, der Porsche 917/10 CanAm, misst 55mm. Einige Fremdfabrikate messen 67mm in der Breite und dürften in vielen Fällen für die gegebene Bahn zu breit sein. |
||||
|
Nadelöhr Rundenzähler
|
||||
|
Das kleinste Nadelöhr ist der mechanische Rundenzähler von Märklin. Sein Gestänge ist auf der Schiene montiert und läßt entsprechend wenig Platz. Sollten theoretisch 60mm breite Autos durchpassen, ändert sich das schnell, wenn die Flitzer nicht kerzengerade durchschießen, sondern ob der vorhergehenden Kurve noch schlingernd auf das Gestänge prallen. Selbst mit meinem Porsche 917/10 ist das schon das ein oder andere mal geschehen. Allerdings kann auf den mechanischen Rundenzähler wohl noch am einfachsten verzichtet werden. So läßt sich beispielsweise der elektrische Rundenzähler von Carrera stufenlos in der Breite einstellen und funktioniert über Lichtschranken unabhängig vom Bahnsystem. Oder man entscheidet sich gleich für eine PC-gestützte Rundenzählung Marke Eigenbau. |
|
|||
|
Leitplanken und Brückengeländer
|
||||
|
Wer Leitplanken oder Brückengeländer auf seiner Bahn einsetzen muss oder will, schränkt die nutzbare Breite ebenfalls ein, wenn auch nicht so stark wie durch den Rundenzähler. Theoretisch lassen genannte Aufbauten eine nutzbare Bahnbreite von 66-67mm zu, aber das bedeutet, entsprechend breite Autos schrammen dann daran entlang, was der Karosserie auf Dauer nicht bekommt. Obendrein sollte auch beachtet werden, dass die Märklin Leitplanken aufgrund ihres vorgebogenen Radius gerne am Anfang und Ende in die Bahn hineinragen. Ob man Leitplanken benötigt oder nicht, hängt hauptsächlich vom Streckenlayout ab. Bei einer Überfahrt mit Kurve würde ich nicht darauf verzichten. |
|
|||
|
Steilwandkurve
|
||||
|
Steilwandkurven stellen sich in zweierlei Hinsicht als potentielles Problemfeld dar. Zum einen sollten sie mit Leitplanken gesichert werden. Das mag dem einen oder anderen Sprint-Fahrer unsinnig enrscheinen, aber aktuelle Fremdfahrzeuge erreichen eine deutlich höhere Geschwindigkeit als Sprint-Autos. Ein kapitaler Abflug aus der Steilwandkurve bei zu optimistischer Geschwindigkeit ist vorprogrammiert. Zum anderen erweist sich beispielsweise der Front-Spoiler von F1-Modellen als kritisch, da dieser in der Steilwandkurve aufsetzt, zumindest auf der Innenspur. |
|
|||
|
Randstreifen
|
||||
|
Die nur 150mm breiten Sprint Schienen sind schon für die originalen Sprint-Autos eine Zumutung. Das schönste am Slotracing ist ja der gepflegte, stets kontrollierte Drift. Bei den beengten Bahnverhältnissen der Sprint ist das aber der größte Frustfaktor, wenn die Autos auf der Außenbahn bei jeder Gelegenheit mit dem äußeren Hinterreifen von der Bahn rutschen und meistens dadurch auch aus dem Slot kippen. Deswegen empfiehlt es sich die Strecke so weit als möglich mit Randstreifen zu versehen, erst recht wenn breitere und schnellere Fremdfahrzeuge zum Einsatz kommen sollen. Wie solche Randstreifen selbst gebastelt werden können, erklärt dieser Artikel. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Fremdfahrzeuge in der Regel mit Magneten ausgestattet sind, die das Fahrzeug an der Bahn kleben lassen. Für den Einsatz auf der Sprint wären diese Magneten eigentlich hilfreich, da die Autos dadurch so gut wie nicht driften und schon gar nicht schlingern. Aber der Fahrspaß ist leider auch futsch. Also raus damit! |
|
|||
|
Schleifer
|
||||
|
Wenn auch, wie eingangs behauptet, die Sprint sich vom Funktionsprinzip nicht von anderen Bahnsystemen unterscheidet, so gibt es doch ein kleines Detail zu beachten: die Stromleiter bei Märklin sind vertikal in die Schienen eingefasst, die Schelifer der Autos bestehen aus Blech. Bei allen anderen marktüblichen Systemen sitzen die Leiter horizontal auf den Schienen und die Stromschleifer bestehen aus einem Drahtgeflecht. Grundsätzlich funktionieren diese Drahtgeflecht-Schleifer auch auf der Sprint, allerdings nutzen sie ziemlich schnell ab. Deshalb empfiehlt es sich, auf Blech-Schleifer umzurüsten. Wer das notwendige Geschick mitbringt, kann sich solche Belchschleifer selber basteln. Ansonsten empfiehlt es sich, entsprechende, fertige Umbau-Schleifer bei den einschlägigen Online-Händlern einzukaufen. Solche Umbau-Schleifer werden zumindest für Fahrzeuge von Ninco und Fly angeboten. Für Scalextric gib es solche Umbauschleifer leider nicht, allerdings lassen sich in manche Scalextric-Autos relativ leicht Leitkiele von Ninco einbauen. Diese Leitkiele umfassen auch die Aufnehmer für die Schleifer, wodurch die für Ninco erhältlichen Umbauschleifer verwendet werden können. |
|