Märklin Sprint - Streckenplanung
von Andreas Haberl

Das »A« und »O« einer Slotbahn ist ein vernünftiges Strecken-Layout. Hat man mehr Schienen zur Verfügung als die einer Grundpackung für ein simples Oval oder eine einfache Acht, so sollte man ein wenig Zeit in die Streckenplanung investieren. Es gilt ein Optimum aus verfügbaren Schienen und zur Verfügung stehenden Platz zu finden

Slotman

Folgende Probleme gilt es bei der Planung des Strecken-Layouts zu bewältigen:

  • Einhaltung gegebener Platzverhältnisse
  • Beschränkung auf vorhandenes Schienenmaterial
  • Zusammenführen der Enden

Und obendrein soll auch noch ein ansprechender und anspruchsvoller Streckenverlauf dabei rauskommen.

Vor allem der letzte Punkt dürfte beim einfachen Drauf-Los-Verlegen schwierig zu erreichen sein. Deshalb bietet sich der Einsatz einer speziellen Software zur Streckenplanung an, die Unterstützung für alle oben genannten Problemfelder bietet. Unter www.slotcarmanager.de läßt sich ein entsprechendes Tool kostenlos runterladen. Vergessen Sie nicht, auch die Bahnteile-Bibliothek für Märklin-Sprint mit runterzuladen.

Die Homepage des Slotcar-Manager
Kurven

Bei der Gestaltung der Streckenführung sollte das Hauptaugenmerk auf eine anspruchsvolle, abwechslungsreiche Piste gelegt werden. Das gilt umso mehr, sofern es sich um einen Festaufbau handeln soll, wovon ich im weiteren ausgehe.

Eine abwechslungsreiche Strecke zeichnet sich durch möglichst viele verschiedene Kurvenradien aus, wobei die Anzahl der engen Kurven sich auch in engen Grenzen halten sollte. Für das Märklin Sprint System existieren drei Kurven-Radien:

  • 150mm: 1220 (90°), 1221 (45°)
  • 300mm: 1241 (45°)
  • 450mm: 1261 (45°)

*) Die Radien beziehen sich jeweils auf die Mitte der Schiene.

Die gebräuchlichsten Kurven sind die 1241 als Standardkurve und die 1220 als enge Kurve. Die 45°-Ausführung 1221 ist schon etwas weniger verbreitet, aber zu recht erschwinglichen Preisen auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen.

Richtig böse wird es bei der weiten Kurve 1261. Derzeit darf man mit etwa 20 Euro pro Schiene kalkulieren, sofern sie in tadellosem Zustand ist. Auf der anderen Seite sind gerade weite Kurven am interessantesten zu fahren.

Besonders reizvoll ist es auch, Kurven mit unterschiedlichen Radien zu kombinieren. Damit lassen sich Kurven realisieren, die in ihrem Verlauf weiter »öffnen«, bzw. »schließen«. Dadurch erhält man auch zwei deutlich unterschliedliche Streckencharakteristika, je nachdem in welcher Richtung man die Strecke befährt.

Die drei Radien
Geraden

Mindestens so wichtig wie reizvolle Kurvenkombinationen ist das vorhanden sein von genügend langen Geraden, um die Autos auch mal gehörig aufdrehen zu lassen. Was ausreichend ist, hängt neben dem persönlichen Geschmack vor allem von den Autos ab, die man auf der Bahn einzusetzen gedenkt.

Die Fahrleistung aktueller Slotcars von Scalextric, Ninco oder Fly (die sich durchaus für den Einsatz auf einer Märklin Sprint Bahn eignen) ist ungleich höher als die originaler Märklin Autos. Wer solche Marken auf seiner Bahn betreiben will, sollte deutlich längere Geraden vorsehen. Denn nur so können diese Fabrikate auch ihre volle Leistung entfalten.

Lange Geraden benötigen leider immer auch viel Platz. Als Kompromiss bietet sich an, zwei Geraden mittels einer Steilkurve zu verbinden. Steilkurven können fast wie Geraden durchfahren. (Märklin Autos können sie tatsächlich mit Vollgas durchfahren, Scalextric Autos können bei Vollgas schon mal abfliegen). Allerdings schränkt eine Steilkurve auch wieder die Auswahl an einsetzbaren Fremdfahrzeugen ein (weitere Informationen).

Die Märklin Sprint Geraden
Höhenunterschiede

Das Verlegen der Bahn auf einer Ebene ist trivial, aber in den seltensten Fällen praktikabel. Schon das Verlegen einer simplen »8« erfordert das Bewältigen eines Höhenunterschieds. Im Übrigen ist durch die »8« als Grundform sichergestellt, dass alle Spuren absolut gleich lang sind.

Grundsätzlich gilt es beim Verlegen der Schienen zu beachten, dass die Steigungswinkel zweier aufeinander folgender Stücke nicht zu sehr von einander abweichen. Besonder kritisch sind konvexe Schienenpassagen, da hier die Gefahr besteht, dass der Leitkiel den Slot verlässt. Vor Kurven sind solche Konstellation unbedingt zu vermeiden, da der Wagen ansonsten einfach geradeaus weiterfahren wird.

Konkave Anordnungen sind weniger kritisch, allerdings besteht hier die Möglichkeit, dass die Wagen aufsetzen.

Testdrive

Ist die Strecke fertig geplant, sollte sie in jedem Fall erst mal provisorisch aufgebaut und ausgiebig Probe gefahren werden. Besonders Höhenunterschiede sollten auf Fahrbarkeit getestet und bei Bedarf nachoptimiert werden.

Ist die Strecke fahrbar und stellt sich auch der gewünschte Fahrspaß ein, kann man sich daran machen die Strecke entsprechend fest aufzubauen. Im anderen Fall gilt es, die Planung nochmal zu überarbeiten.