Scalextric Sport Digital - Autos im Analogbetrieb
Das Problem

Scalextric rühmt zwar die Möglichkeit seines Digitalsystems, dass die dafür vorgesehenen Autos auch auf herkömmlichen, analogen Systemen (auch von anderen Herstellern) zu betreiben wären, verschweigt aber leider zwei Probleme, die sich bei dieser Konstellation ergeben.

Der in den digitalen Fahrzeugen für das SSD verbaute Chip befindet sich zwischen den Schleifern und dem Motor der Autos. Erkennt der Chip anhand fehlender Steuersignale, dass er sich auf einer analogen Bahn befindet, dann wechselt er in den Analogmodus und gibt die anliegende Spannung an den Motor weiter. Das Problem dabei ist, dass am Chip selbst bereits Spannung abfällt und somit dem Motor nicht mehr zur Verfügung steht. Nach meinen Erfahrungen bewegt sich dieser Spannungsabfall zwischen zwei und drei Volt

Besitzer von für jede Spur separat regelbaren Stromversorgungen können dieses Problem umgehen, indem sie digitalisierten Wagen entsprechend höhere Spannung zur Verfügung stellen. Aber selbst dann bleibt es lästig, da bei jedem Spurwechsel auch die Spannungsversorgung wieder angepasst werden muss.

Noch gravierender ist aber die Eigenschaft der Digital-Chips, die Bremswirkung des Motors bei Loslassen des Reglers zu unterbinden. Was auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so schlimm erscheinen mag, erweist sich spätestens beim Duell mit einem analogen Fahrzeug als schwerwiegender Nachteil.

Die Lösung

Die einzige mir bekannte Lösung speziell des Bremsproblems ist die Umgehung des Chips im analogen Betrieb. Theoretisch könnte man den Chip komplett entfernen und herkömmliche Motorkabel zwischen Schleifer und Motor löten, aber natürlich müsste man dann wieder zum Lötkolben greifen, wenn man den Chip wieder benötigt. Da ich aber eine Lösung wollte, die ohne Werkzeug auskommt (vom Schraubendreher zum Lösen der Karrosserie mal abgesehen), entschloss ich mich für den Einbau von winzigen Buchsen und Steckern, damit ich die Verkabelung einfach zwischen digitalen und analogen Betrieb umstecken kann.

Das Prinzip ist einfach: Die vier Kabel, die den Chip mit den Schleifern, bzw. dem Motor verbinden, werden durchtrennt. An die losen Enden werden kleine Buchsen und Stecker gelötet, so dass sie wieder zusammen gestöpselt werden können.

Lötet man an die von den Schleifer kommenden Kabel (gelb und grün) kleine Stecker, so müssen natürlich an die vom Motor kommenden Kabel (rot und schwarz) entsprechende Buchsen angelötet werden. So lassen sich die Kabel von den Schleifern direkt mit den zum Motor führenden Kabeln verbinden und somit der Chip überbrücken. Für den digitalen Betrieb wird der Chip einfach wieder dazwischen gestöpselt.

Die Verkabelung mit allen Steckern und Buchsen an den Schleifer- und Motorkabeln, sowie am Chip.
Umsetzung

In der Praxis ergibt sich aber ein massives Problem: Platzbedarf! Die Stecker und Buchsen müssen also möglichst klein sein, damit auch wieder alles ins Auto passt. Die von mir ersonnene Lösung funktioniert immerhin in einem Ford GT40 MkII, der wirklich nicht viel Raum im Inneren bietet.

Auf der Suche nach geeigneten Buchsen wurde ich in einem alten, ausrangierten PC-Gehäuse fündig. Die kleinen Buchsen, mit denen beispielsweise der Gehäuse-Lautsprecher oder der Reset-Switch mit dem Mainboard verbunden werden, erwiesen sich als geeignet für mein Vorhaben. Als passende Stecker habe ich einfache Lötnägel verwendet. Blanke Drähte und Lötstellen wurden abschließend mit Schrumpfschlauch isoliert.

Ein wenig plagte mich die Befürchtung, die zusätzlichen Steckverbindungen könnten die Anfälligkeit für Fehlverhalten im Digitalbetrieb erhöhen. Bisherige Tests verliefen aber absolut zufriedenstellend.

Update: Wunderbar geeignete Steckerverbindungen lassen sich auch in Form von Stecker- und Buchsenleisten beispielsweise bei Reichelt beziehen.

Bestellnummer Artikel
BL 1X20G 1,27 20pol. Buchsenleiste, gerade, ...
BL 1X20G 2,00 20pol. Buchsenleiste, gerade, ...
SL 1X10G 1,27 10pol.-Stiftleiste, gerade, RM...
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Der Retrofit-Chip (F1 Type) mit den entsprechenden Steckern und Buchsen